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Archiviert am
Dienstag, 28. Juni 05 |
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Renee Olstead verzaubert in Hamburg Hamburg - Der „königliche” Abend mit Renee Olstead als Vorprogramm von B.B. King auf der Open-Air-Bühne im Hamburger Stadtpark kann mit einem Wort beschrieben werden: Phänomenal; nicht ihre Präsenz und nicht die Show, aber ihre Stimme! Wie virtuos sie mit dieser Gabe umgehen kann, stellte sie am Freitag 50 Minuten lang unter Beweis. Die kleine „Zaunkönigin” singt nicht nur am lautesten, sie hat auch die schönste Stimme.
Pünktlich beginnt die 16-Jährige und bietet dann einiges aus ihrem Repertoire, was auf ihrem Debüt-Album nicht zu hören ist - überwiegend Jazz-Standards. Erfrischend ihre Freude am Gesang, locker und ohne Allüren ihr Auftreten, wirkt sie dann schüchtern und zurückhaltend wenn die Musik verstummt, und flüchtet sogar schon fast vor dem Beifall. Wenn sie dann aber singt, zeigt sie selbstsicher welch breites Spektrum und was für ein unglaubliches Volumen sie hat! Lässig beherrscht sie Dynamik vom Pianissimo bis doppelt Forte, singt nicht nur einfach die Melodien, sondern versieht diese mit Verzierungen, und mit Leichtigkeit meistert sie Passagen, die von berühmteren Gesangsstars wohl nie zu hören sein werden. Sie versteht sich auch auf das, was man in der Country-Musik „Jodeling” nennt, und einer der Höhepunkte ist eine kleine „Improvisation”, bei der ihr Gesang mühelos im Wechselspiel der Trompete folgt. Wie auch die sie begleitende Band hervorzuheben ist: Gutes Zusammenspiel, rhythmisch perfekt, Einsätze auf den Punkt genau. Nur wo Olstead Koloratur singt geht ihre Stimme leider im etwas zu weit ausgesteuerten Sound der Band unter. Vorab als „Wunderkind” qualifiziert, werden der Texanerin bisweilen wirkliche künstlerische Reife und musikalische Fähigkeiten mit dem Hinweis auf ihr jugendliches Alter abgesprochen. Klar, sie ist klein, süß und sympathisch, - doch Musik sollte man nicht mit den Augen hören. Stimmliche Mängel zeigt sie nicht und verzichtet daher auch auf ablenkende optische Zugaben. Der Konzertabend findet dann kontrastreich mit dem Auftritt von B.B. King seine Fortsetzung. Eine Grandpa-Group mit angedeuteter Choreographie sorgt mit einem treibenden, fetten Klangteppich für die entsprechende Einstimmung auf den „Godfather of Blues”, der seinen Auftritt regelrecht zelebriert. Die B.B. King Band und der Meister wissen mit den Bedürfnissen des Publikums zu spielen. Mit der behäbigen Vitalität eines Profis, für den es keine Überraschungen mehr, gibt spult der 79-Jährige routiniert sein Programm ab und nimmt die Huldigungen seiner Jünger entgegen. Bleibt noch anzumerken, dass alle Instrumente gestimmt sind, nur Kings „Lucille” nicht (der knuddelige Fleischberg mit den flinken Fingern spielt sie, wie immer, um einen viertel Ton zu hoch). Weitere Konzerttermine:
dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/06/28/magazin/musik/t/rzo162731.html |
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